Open Source Gardens

"Wo Offenheit gesät wird und Freiheit geerntet!"

Warum "Open Source Garten"?

Der Begriff "Open Source" stammt aus den 90ern und bezeichnet zu dieser Zeit zunächst Software, die nach ihrer Veröffentlichung als "Allmende" in das "Gemeinschaftseigentum" übergeht. Das heißt niemandem gehört diese Software. Beziehungsweise allen. Denn alle Menschen dieser Erde haben ein uneingeschränktes Recht zur Nutzung an dieser "Open Source Software". Das funktioniert unter Hilfenahme einer besonderen Rechtsform, einer "Lizenz".

Schnell hat diese neue Form der Vergemeinschaftung von Software weltweit Mitstreiter*innen gefunden. Alle zusammen haben sich so bald ein eigenes, gemeinsames Ökosystem Computerprogrammen geschaffen. Bis heute wächst dieses Ökosystem stetig an und ist inzwischen längst der Standard geworden in vielen Bereichen der Softwareproduktion. Die Gemeinschaft hat es geschafft ihrem Anliegen in der breiten Masse Bekanntheit zu verschaffen. Die zugehörigen Communities haben sich oft ein Tier als Maskottchen gewählt.

Von der Software zum Saatgut

Auf dem Weg dahin hat Open Source viele Freund*innen gewonnen, aus denen sich wiederum artverwandte Bewegungen herausgebildet haben. Die sich zwar anderen Tätigkeitsfeldern widmen, sich aber den gleichen Ideen verpflichtet fühlen. Weshalb sie auch alle den gleichen Begriff "Open" verwenden: "Open Source Hardware", "Open Knowledge", "Open Access", "Open Education", "Open Data" und viele, viele mehr und seit 2012 auch "Open Source Seeds" beziehungsweise "Open Source Saatgut".

Gemeinsam ist all diesen Gemeinschaften der Wunsch bestehendes Wissen, zugehörige Prozesse und verwandte Machtstrukturen zu öffnen und sie in Form von Allmende potentiell allen Menschen - egal welchen Hintergrunds - global zugänglich zu machen. Der Wunsch der Open Source Saatgut Gemeinschaft ist folglich unser Saatgut wieder zu einem Gemeingut für Alle machen und es rechtlich vor Patenten und anderen Formen der Privatisierung zu schützen.

Mit Open Source für die Vielfalt

2020 sind bereits 60% des weltweiten Saatgutes im Besitz der drei Chemiekonzerne DuPont-Dow, ChemChina-Syngenta und Bayer-Monsanto(*). Diese drei Konzerne steuern damit den vielleicht wichtigsten Markt und die wichigste Technologie seit der Ansiedlung der ersten Menschen: Ackerbau und Züchtung. In einem solchen "Oligopol" können uns diese drei Konzerne konkurrenzlos weitere Auflagen für Saatgut aufdrängen oder nach eigenem Ermessen ganze Sparten unzugänglich gestalten oder gar verbieten.

Um diese Machtstrukturen aufzulösen und um das Wissen und die Prozesse rund um regionale Züchtungen und Anpassungen zu erhalten haben sich einige Züchter*innen zusammengetan um ihre eigenen Züchtungen auch in Zukunft als "Allmende" zu vergemeinschaften. Sie möchten damit verhindern, dass eines Tages ein Chemiekonzern darüber entscheiden kann welche Pflanzen und Züchtungen im eigenen Garten erlaubt sein mögen, welche vielleicht Anpflanzgebühren kosten könnten und welche eventuell gar nicht zugelassen sind.

Die Verwendung und Veröffentlichung von Open Source Saatgut dient direkt dem Erhalt der Biodiversität und der Unabhängigkeit von Bäuer*innen und der lokalen Landwirtschaft.

Saatgut als Gemeingut

Saatgut soll Gemeinschaftseigentum bleiben! Groß- und Kleinbäuer*innen benötigen die Freiheit ihr eigenes Saatgut zu selektieren und züchten zu dürfen und ihre Pflanzen damit den lokalen Gegebenheiten und dessen Wandel anzupassen. Nur ein Erhalt der biologischen Vielfalt und dessen Anpassungsfähigkeit kann uns helfen den Gefahren des Klimawandels zu begegnen. Wir als Open Source Gärtner*innen möchten darum Open Source Saatgut kultivieren - in unseren eigenen Gärten und in Gemeinschaftsgärten. Wir möchten organisch wachsen und eine Gemeinschaft bilden, eine Bewegung. Und wir möchten unserem Anliegen in der breiten Massen Bekanntheit verschaffen. Für unser Saatgut, unser Essen, die biologische Vielfalt und das Klima. Für unsere Zukunft.

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